Ein schwedisches Abenteuer
18. Februar 2008Mit rund 25 GB Rohdatenmaterial wohlbehalten in Stuttgart angekommen. Eine Reise durch den Norden Schwedens liegt hinter uns. Für Herbert Grönemeyers Label Grönland Records durften wir Singer-Songwriter Philipp Poisel sechs Tage in eisiger Kälte begleiten. Jörg Bruhn an den Super 8-Kameras mit dem Video zur Single Wo fängt dein Himmel an vor Augen. Pressefotos mit noch folgender Vorschau im Album 2008 von meiner Seite.
Zu Anfang ein ruhiger Hinflug mit Zwischenhalt in Berlin, wo Oli P geschäftig telefonierend neben mir auf sein Flugzeug wartete. Weiter mit dem Shuttle-Bus von Arlanda und nach kurzem Stockholm-Aufenthalt im Schlafwagen durch die Nacht. Mit im Abteil: Ein Flüchtling aus Somalia auf einer Reise ins Ungewisse. Ziel der unseren: Umeå, die Stadt der Birken. Samuels Haus in einem verschlafenen Nest unweit von dort sowie ein kleines Hotel als Basislager für anschließende Tagesreisen in noch kältere Regionen. Schlaf zur Mangelware erklärt, fiel die Türe häufig noch vor Sonnenaufgang ins Schloss, während drei Freunde im Dunkeln schwer gerüstet das Haus verließen – auf der ständigen Jagd nach neuen Bildern. Morgens Käseknäckebrot. Abends wohlschmeckend zubereiteten Elch in herzlich-familiärer Atmosphäre. Unvergesslich bleibt dabei die klassische mehrstündige Sauna mit Bier und legendärem Abkühlen beim nackten Sprung aus dem Fenster in den Schnee. Auszeichnung in Sachen Minustemperaturen gebührt dennoch der nassen Überfahrt nach Holmön: Mit Helena Elisabeth, einer Nussschale von Fähre in den wilden Wellen, deren Gischt Jörgs Mütze gefrieren ließ, auf eine verlassene Insel mit stereotypenfernem Leuchtturm, welcher vielleicht einmal im Fernsehen die letzten Töne der Single begleiten wird.
Samstags abschließend als selbsttitulierte Küchenbande in Lars’ Haus eingekehrt und Schnitzel schwäbischer Art serviert, zum Bahnhof geeilt, im Zug um Tickets gekämpft und am folgenden Morgen von Skavsta aus zurück mit dem ersten Ryanair-Flug meines Lebens über Karlsruhe Baden-Baden. Drei Klausuren und eine Studienarbeit warten in den nächsten 4 Tagen auf mich. Willkommen in der Realität.